aus "Nijinsky"
N.Sadeghin"Nussknacker"

Und nun lassen Sie uns ein wenig leise und behutsam sein,

denn wir wollen das Reich des Schöpferischen betreten, den Raum, in dem Gestaltbergendes und Gestaltsuchendes sich schweigend umkreisen, sich verweben und in dämmernder Versponnenheit auf den Lichteinfall warten, der Ihnen Farbe und Umriss gibt und sie zum >> Bild << erhellt.

Wer die Unbedenklichkeit besäße, mit der grellen Suchlampe der Neugier hier einzudringen, er fände nichts als ein nebelhaftes Gewoge.

Denn dieser Raum verträgt den direkten Zugriff nicht. Er bleibt den dinglichen Forderungen stumm. Er weiß noch nichts von Form, er kennt weder Name noch Zahl. Er läßt sich nichts abzwingen, er gehorcht keinem Befehl. Er ist der Raum der schöpferischen Bereitschaft und ist Sanctuarium. 

Darum laßt uns leise sein und laßt uns auf das Pochen und Klopfen des eigenen Herzens lauschen, auf das Raunen und Rauschen des eigenen Blutes, das diesem Raum die Stimme gibt. Sie möchte Lied werden, diese Stimme! Aber noch sind ihr die Flügel gebunden, noch fehlt ihr die Kraft, sich zu entfalten und, aufschwingend, sich mitzuteilen. So sinkt sie ein in den Raum der dämmernden Tiefe, saugt sich voll mit seinen Kräften und kehrt traum- und bildgeladen zurück in den Bereich des Faßbaren, des Gestaltbaren.